Ritalin: Gut fürs Kind oder gut für die Eltern?
22.10.2013 11:50
Hallo ihr Lieben,
ich habe eine ernsthafte und wichtige Frage an euch, vor allem an die Eltern mit Hyperaktiven Kindern, ADHS oder ADS.
Die Verabreichung von Ritalin, ist das tatsächlich einfach gut für die Kids, geht es ihnen damit wesentlich besser? Sind sie zufriedener , ausgeglichener und vor allem immer noch der gleiche Mensch?
Oder ist es nur gut für die Eltern, weniger Stress und Streit?
Versteht mich nicht falsch, ich kann es total nachvollziehen, wenn Eltern am Ende sind und mit der Diagnose ADHS und den damit verschriebenen Medis endlich wieder etwas durchatmen können. Kein Elternteil ist wie Superman oder Superwomen , ein Auffälliges Kind zu erziehen ist Schwerstarbeit.
Aber meine Frage geht mir durch den Kopf, da meine älteste Tochter, erst dreieinhalb, auch ziemlich auffällig ist und mir von vielen Seiten schon nahegelegt würde, sie später mal testen zu lassen.
Ich gebe da nicht viel drauf und überlege, sie garnicht testen zu lassen, da ich nicht an die Krankheit ADHS glaube, sondern eher denke, dass es ein gesellschaftliches Problem ist. Jedes Kind ist anders, und wenn die Kinder nicht in die gesellschaftlichen Zwänge Passen, sind sie eben krank...
Aber wenn meine Tochter nun ein ganz furchtbares Leben hat, weil sie unter ihrem unaufhörlichem Drang zu toben, zu zappeln, zu reden, sich allem zu widersetzten, zu ärgern, zu schlagen, usw später überhaupt nicht klar kommt in unserer Gesellschaft, dann bin ich schuld. Schuld, ihr mit Tabletten nicht geholfen zu haben.
Nochmal: Ich verurteile niemanden und möchte ja selbst auch nicht an den Pranger gestellt werden. Vielleicht liege ich ja mit meiner Vorstellung auch total falsch und die Eltern mit Kindern, die ADHS haben, lachen sich hier schon scheckig , weil ich denke, dass man auch ohne Diagnose klar kommen kann.
Ich denke immer nur: Es ist jetzt schon so , so, so anstrengend, vor allem, da wir noch ein kleineres Kind daheim haben, und viel schlimmer kann's ja kaum werden... Und bisher komme ich klar, auch wenns echt mies manchmal ist und ich am liebsten das Kind aus dem Fenster schmeißen würden
Und bevor jetzt das JA eingeschaltet wird: Nein, ich werde mein Kind nicht ernsthaft aus dem Fenster schmeißen !
ich habe eine ernsthafte und wichtige Frage an euch, vor allem an die Eltern mit Hyperaktiven Kindern, ADHS oder ADS.
Die Verabreichung von Ritalin, ist das tatsächlich einfach gut für die Kids, geht es ihnen damit wesentlich besser? Sind sie zufriedener , ausgeglichener und vor allem immer noch der gleiche Mensch?
Oder ist es nur gut für die Eltern, weniger Stress und Streit?
Versteht mich nicht falsch, ich kann es total nachvollziehen, wenn Eltern am Ende sind und mit der Diagnose ADHS und den damit verschriebenen Medis endlich wieder etwas durchatmen können. Kein Elternteil ist wie Superman oder Superwomen , ein Auffälliges Kind zu erziehen ist Schwerstarbeit.
Aber meine Frage geht mir durch den Kopf, da meine älteste Tochter, erst dreieinhalb, auch ziemlich auffällig ist und mir von vielen Seiten schon nahegelegt würde, sie später mal testen zu lassen.
Ich gebe da nicht viel drauf und überlege, sie garnicht testen zu lassen, da ich nicht an die Krankheit ADHS glaube, sondern eher denke, dass es ein gesellschaftliches Problem ist. Jedes Kind ist anders, und wenn die Kinder nicht in die gesellschaftlichen Zwänge Passen, sind sie eben krank...
Aber wenn meine Tochter nun ein ganz furchtbares Leben hat, weil sie unter ihrem unaufhörlichem Drang zu toben, zu zappeln, zu reden, sich allem zu widersetzten, zu ärgern, zu schlagen, usw später überhaupt nicht klar kommt in unserer Gesellschaft, dann bin ich schuld. Schuld, ihr mit Tabletten nicht geholfen zu haben.
Nochmal: Ich verurteile niemanden und möchte ja selbst auch nicht an den Pranger gestellt werden. Vielleicht liege ich ja mit meiner Vorstellung auch total falsch und die Eltern mit Kindern, die ADHS haben, lachen sich hier schon scheckig , weil ich denke, dass man auch ohne Diagnose klar kommen kann.
Ich denke immer nur: Es ist jetzt schon so , so, so anstrengend, vor allem, da wir noch ein kleineres Kind daheim haben, und viel schlimmer kann's ja kaum werden... Und bisher komme ich klar, auch wenns echt mies manchmal ist und ich am liebsten das Kind aus dem Fenster schmeißen würden
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22.10.2013 11:56
Ich habe es bei Kindern von Bekannten immer so empfunden, als ob diese damit ruhiggestellt worden sind. Denn wenn sie mal vergessen hatten, die Tabletten zu nehmen, waren sie wie ausgewechselt und völlig anders, als mit den Tabletten. Aber eher im negativen Sinne.
Aber persönlich musste ich die Erfahrung, zum Glück, nicht machen.
Aber persönlich musste ich die Erfahrung, zum Glück, nicht machen.
22.10.2013 11:59
Ich schließe mich deiner Meinung an und glaube nicht, dass du versagst, wenn du deinem Kind KEIN Ritalin oder was auch immer gibst
Wer hat schon ein komplett pflegeleichtes Kind? Die meisten machen mit ihren Kindern mal schreckliche Phasen durch.
Meine Kinder sind 4, 8, 10 und 12 und einer von ihnen dreht immer am Rad. ADHS haben sie gewiss nicht. Oder sie haben es alle und ich weiß nix davon
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Wer hat schon ein komplett pflegeleichtes Kind? Die meisten machen mit ihren Kindern mal schreckliche Phasen durch.
Meine Kinder sind 4, 8, 10 und 12 und einer von ihnen dreht immer am Rad. ADHS haben sie gewiss nicht. Oder sie haben es alle und ich weiß nix davon
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22.10.2013 12:00
Also wir haben uns dazu entschlossen es nicht testen zu lassen, falls unsere Kinder irgendwelche Merkmale von ADHS aufweisen sollten. Da einfach auch jedes Kind anders ist. Die einen sind einfach sehr wild und andere dagegen sehr verträumt, aber für mich ist ein Kind nicht krank, wenn es nicht genau in die Mitte passt. Ich denke es gibt da andere Mittel und Wege als Tabletten um diese Kinder zu fördern.
22.10.2013 12:10
Ich hätte einfach Angst, dass später in der Schule garnichts geht oder sie keinen Freundeskreis aufbauen kann. Mein Mann hat evtl. auch ADHS, es würde nie getestet, aber alles von früheren Zeiten deutet darauf hin. Er wird es auch nicht mehr testen lassen. Seine Mutter ist damals mit ihm zum autogenen Training , das hat wohl sehr geholfen.
Aber alleine der Gedanke daran, dass mein Wirbelwind später ausgegrenzt wird, macht mich fertig. Ihr Papa würde wirklich fies behandelt früher, da er sich ja keinem Kindergarten oder Schulpersonal richtig unterordnen konnte bzw die Regeln befolgen konnte. Er durfte zum Beispiel sein komplettes letztes Kindergartenjahr nicht mit den anderen Kindern nach draußen zum Spielen, sondern musste als Strafe allein drin bleiben. Auch in der Grundschule musste er die Pausen alleine verbringen.
Ich finde das schrecklich.
Ich überlege immer, ob bei ihm damals Tabletten das Leben einfacher gemacht hätten. Er hat im Teenageralter, so mit 17, plötzlich die Kurve bekommen , Super Lehre gemacht, Meister und dann tatsächlich sogar noch studiert. Obwohl die Lehrer ihm nichtmal einen Hauptschulabschluss zugetraut hätten.
Aber nicht jedes Kind schafft es dann so, wie mein Mann.
Ich gehe jetzt nicht davon aus, dass meine Tochter ADHS hat, aber im Hinterkopf schwirrt es eben doch.
Aber alleine der Gedanke daran, dass mein Wirbelwind später ausgegrenzt wird, macht mich fertig. Ihr Papa würde wirklich fies behandelt früher, da er sich ja keinem Kindergarten oder Schulpersonal richtig unterordnen konnte bzw die Regeln befolgen konnte. Er durfte zum Beispiel sein komplettes letztes Kindergartenjahr nicht mit den anderen Kindern nach draußen zum Spielen, sondern musste als Strafe allein drin bleiben. Auch in der Grundschule musste er die Pausen alleine verbringen.
Ich finde das schrecklich.
Ich überlege immer, ob bei ihm damals Tabletten das Leben einfacher gemacht hätten. Er hat im Teenageralter, so mit 17, plötzlich die Kurve bekommen , Super Lehre gemacht, Meister und dann tatsächlich sogar noch studiert. Obwohl die Lehrer ihm nichtmal einen Hauptschulabschluss zugetraut hätten.
Aber nicht jedes Kind schafft es dann so, wie mein Mann.
Ich gehe jetzt nicht davon aus, dass meine Tochter ADHS hat, aber im Hinterkopf schwirrt es eben doch.
22.10.2013 12:11
Ich weiß auch nicht so Recht, was ich von diesen Diagnosen überhaupt halten soll. Habe mich aber auch nicht so viel damit beschäftigt, denn wir werden unser Kind auch nicht auf ADHS oder dergleichen testen lassen. In meinen Augen sagen das Lehrer/Erzieher immer recht schnell und leichtfertig, weil ihnen das Kind wahrscheinlich auch oft zu anstrengend ist. Mag sein, dass es nicht immer so ist, aber so sehe ich das!
22.10.2013 12:14
Uns geht es genauso, unsere 3,5 Jährige ist sehr aufgeweckt, sehr zappelig, kann sich auf nichts konzentrieren und und und. Selbst der Kinderarzt kam mir schon mit ADHS. Und meine Meinung dazu ist ganz einfach. Der "Erfinder" dieser Krankheit hat ja zugegeben das es diese Krankheit gar nicht gibt. Und warum soll ich mein Kind ruhig stellen? Nur weil es etwas lebhafter ist und Pfeffer im Arsch hat? Nein danke mache ich nicht. So habe ich es auch dem Kinderarzt knall hart an den Kopf gehauen. Mein Kind wird nicht ruhig gestellt mit Medikamenten. Und ADHS ist für mich eine neue Modekrankheit.
Bei uns gibt es einen geregelten Tagesablauf der strikt eingehalten wird und da unsere körperlich auch schwer "kaputt" zu bekommen ist, also müde, werde ich sie nun geistig fordern und sie so auspowern.
Bei uns gibt es einen geregelten Tagesablauf der strikt eingehalten wird und da unsere körperlich auch schwer "kaputt" zu bekommen ist, also müde, werde ich sie nun geistig fordern und sie so auspowern.
22.10.2013 12:16
Ich habe ein ADS " kind " bekamm aber niemals Medis .
Ein weiteres is und war auffällig , aber ich habe nicht testen lassen , weil es an meiner einstellung nix ändern würde .
Ein weiteres is und war auffällig , aber ich habe nicht testen lassen , weil es an meiner einstellung nix ändern würde .
22.10.2013 12:16
Es gibt eine verschwindend geringe Anzahl von Kindern, die Ritalin tatsächlich "brauchen".
Was meine ich mit "brauchen"?
Ich meine, dass eine Medikamentengabe in diesem Fall erst dann indiziiert ist, wenn der Patient einen Leidensdruck verspürt. Bei einem aufgeweckten, aktiven Kind ist das definitiv nicht der Fall.
Wenn Lehrer oder Erzieher unter dem Kind leiden sollen sie nach Feierabend zum Yoga gehen
.
Es gibt allerdings auch Kinder/Jugendliche die tatsächlich reizüberflutet sind und dann unter Kopfschmerzen u. ä. Symptomen leiden. Diesen Kindern kann ggf. der Leidensdruck mithilfe von Medikamenten genommen werden. Aber das bedarf einer wirklich, wirklich differenzierten Diagnose.
Was meine ich mit "brauchen"?
Ich meine, dass eine Medikamentengabe in diesem Fall erst dann indiziiert ist, wenn der Patient einen Leidensdruck verspürt. Bei einem aufgeweckten, aktiven Kind ist das definitiv nicht der Fall.
Wenn Lehrer oder Erzieher unter dem Kind leiden sollen sie nach Feierabend zum Yoga gehen
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Es gibt allerdings auch Kinder/Jugendliche die tatsächlich reizüberflutet sind und dann unter Kopfschmerzen u. ä. Symptomen leiden. Diesen Kindern kann ggf. der Leidensdruck mithilfe von Medikamenten genommen werden. Aber das bedarf einer wirklich, wirklich differenzierten Diagnose.
22.10.2013 12:18
Diese Medis können helfen.
Sie können dem Kind bewusst machen was es leisten kann...das es nicht dieser blöde Störenfried ist,das es sehr wohl schreiben,lesen und rechnen kann und das es Dinge zuende bringen kann.....es hilft dem Kind sich auf einen Gedanken zu konzentrieren und sich nicht inmitten der tausenden Ideen zu verlieren.Es macht soziale Kontakte möglich.
....gleichzeitig ist und bleibt es ein Medikament mit vielen Nebenwirkungen.Und da heißt es abwägen und genauestens überlegen ob es wirklich nötig ist oder ob es einem die Umwelt nur glauben machen möchte!
Es gibt viele Fördermöglichkeiten für AD(H)S Kinder,ohne Medis.Die sollten das letzte Mittel sein.
Sie können dem Kind bewusst machen was es leisten kann...das es nicht dieser blöde Störenfried ist,das es sehr wohl schreiben,lesen und rechnen kann und das es Dinge zuende bringen kann.....es hilft dem Kind sich auf einen Gedanken zu konzentrieren und sich nicht inmitten der tausenden Ideen zu verlieren.Es macht soziale Kontakte möglich.
....gleichzeitig ist und bleibt es ein Medikament mit vielen Nebenwirkungen.Und da heißt es abwägen und genauestens überlegen ob es wirklich nötig ist oder ob es einem die Umwelt nur glauben machen möchte!
Es gibt viele Fördermöglichkeiten für AD(H)S Kinder,ohne Medis.Die sollten das letzte Mittel sein.
22.10.2013 12:19
Zitat von mrslovely:
Uns geht es genauso, unsere 3,5 Jährige ist sehr aufgeweckt, sehr zappelig, kann sich auf nichts konzentrieren und und und. Selbst der Kinderarzt kam mir schon mit ADHS. Und meine Meinung dazu ist ganz einfach. Der "Erfinder" dieser Krankheit hat ja zugegeben das es diese Krankheit gar nicht gibt. Und warum soll ich mein Kind ruhig stellen? Nur weil es etwas lebhafter ist und Pfeffer im Arsch hat? Nein danke mache ich nicht. So habe ich es auch dem Kinderarzt knall hart an den Kopf gehauen. Mein Kind wird nicht ruhig gestellt mit Medikamenten. Und ADHS ist für mich eine neue Modekrankheit.
Bei uns gibt es einen geregelten Tagesablauf der strikt eingehalten wird und da unsere körperlich auch schwer "kaputt" zu bekommen ist, also müde, werde ich sie nun geistig fordern und sie so auspowern.
Jepp, und Ritalin die dazugehörige Modedroge
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22.10.2013 12:21
Zitat von MamaMarfusu:
Diese Medis können helfen.
Sie können dem Kind bewusst machen was es leisten kann...das es nicht dieser blöde Störenfried ist,das es sehr wohl schreiben,lesen und rechnen kann und das es Dinge zuende bringen kann.....es hilft dem Kind sich auf einen Gedanken zu konzentrieren und sich nicht inmitten der tausenden Ideen zu verlieren.Es macht soziale Kontakte möglich.
....gleichzeitig ist und bleibt es ein Medikament mit vielen Nebenwirkungen.Und da heißt es abwägen und genauestens überlegen ob es wirklich nötig ist oder ob es einem die Umwelt nur glauben machen möchte!
Es gibt viele Fördermöglichkeiten für AD(H)S Kinder,ohne Medis.Die sollten das letzte Mittel sein.
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22.10.2013 12:23
Zitat von mrslovely:
Uns geht es genauso, unsere 3,5 Jährige ist sehr aufgeweckt, sehr zappelig, kann sich auf nichts konzentrieren und und und. Selbst der Kinderarzt kam mir schon mit ADHS. Und meine Meinung dazu ist ganz einfach. Der "Erfinder" dieser Krankheit hat ja zugegeben das es diese Krankheit gar nicht gibt. Und warum soll ich mein Kind ruhig stellen? Nur weil es etwas lebhafter ist und Pfeffer im Arsch hat? Nein danke mache ich nicht. So habe ich es auch dem Kinderarzt knall hart an den Kopf gehauen. Mein Kind wird nicht ruhig gestellt mit Medikamenten. Und ADHS ist für mich eine neue Modekrankheit.
Bei uns gibt es einen geregelten Tagesablauf der strikt eingehalten wird und da unsere körperlich auch schwer "kaputt" zu bekommen ist, also müde, werde ich sie nun geistig fordern und sie so auspowern.
Betroffene werden diesen Satz sicher nicht toll finden . daher hoffe ich es is nur deine persönliche Meihnung und is nicht dein voller ernst .
22.10.2013 12:24
Zitat von SarahBS1982:
Es gibt eine verschwindend geringe Anzahl von Kindern, die Ritalin tatsächlich "brauchen".
Was meine ich mit "brauchen"?
Ich meine, dass eine Medikamentengabe in diesem Fall erst dann indiziiert ist, wenn der Patient einen Leidensdruck verspürt. Bei einem aufgeweckten, aktiven Kind ist das definitiv nicht der Fall.
Wenn Lehrer oder Erzieher unter dem Kind leiden sollen sie nach Feierabend zum Yoga gehen.
Es gibt allerdings auch Kinder/Jugendliche die tatsächlich reizüberflutet sind und dann unter Kopfschmerzen u. ä. Symptomen leiden. Diesen Kindern kann ggf. der Leidensdruck mithilfe von Medikamenten genommen werden. Aber das bedarf einer wirklich, wirklich differenzierten Diagnose.
Ja, das hört sich schlüssig an.
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